Bauplatz für den Autobahnzubringer? MEIENMOOS/LERCHENBODEN 2014

Welche Strassen braucht das Emmental?

Der Grosse Rat des Kantons Bern beschloss im Frühling 2015 im Grundsatz, die «Verkehrssanierungen» Emmental und Oberaargau zu planen. Mit dem Beschluss verbunden war der frühere Entscheid, dass in beiden Regionen nebst einer neuen Umfahrungsstrasse auch alternative Lösungen zu entwickeln seien - und zwar gleichwertig. Im Herbst 2015 lagen die Pläne zur öffentlichen Mitwirkung auf und die Bevölkerung konnte ihre Meinung abgeben. Der Kanton nahm die Ergebnisse dieser Mitwirkung im Sinne einer Vorentschedung und empfahl dem Grossen Rat im Oberaargau eine Umfahrungsstrasse und im Emmental eine kombinierte Lösung: für Burgdorf die Lösung Null+ und für Oberburg-Hasle eine neue Umfahrung. Der Grosse Rat stimmte im September 2016 den entsprechenden Planungskrediten zu.

Im Emmental wurden unter dem Titel «Verkehrs­sanierung Burgdorf-Oberburg-Hasle» zwei Varianten gegenübergestellt: eine Variante mit einer neuen Umfahrungs­strasse um Burgdorf, Oberburg und Hasle, und die Variante "Null+" mit zahlreichen Optimierungen auf dem bestehenden Strassennetz.

Die Ausgangslage in der Region ist geprägt von der vorgefassten Meinung der Regional­konferenz Emmental, wonach allein der Neubau eines Autobahn­­zubringers dem Emmental das Überleben sichern könne. In ihrem Planungs­bericht vom Juni 2015 (RGSK) setzt sie ausschliesslich auf diese 650 Mio. Franken teure Variante: Ab Autobahn­­ausfahrt Lyssach bis Hasle soll eine neue, kreuzungsfreie Strasse gebaut werden, teils übers offene Feld, teilweise durch Tunnel. Zu diesem Zweck sollen Bundesgelder aus dem Agglomera­­tionsfonds der 3. Generation beantragt werden. Von einer gleich­wertigen Prüfung der Alternativ­­lösungen hält die Regional­konferenz offensichtlich nichts.

Das Komitee Emmental mobil versteht sich als Sprachrohr für alle Einwohner­innen und Einwohner der Region, die das Kulturland und die Naherholungs­gebiete rund um Burgdorf vor massiven baulichen Eingriffen schützen und die Verkehrs­probleme mit nachhaltigen Massnahmen lösen wollen – mit einer gründlichen Sanierung und nicht mit einem Neubau.